Montag, 16. November 2015

Oskar Lafontaine: Terrorismus kann man nicht durch Terror besiegen

Oskar Lafontaine: Terrorismus kann man nicht durch Terror besiegen

Nachdem Kanzlerin Merkel erklärt hat, der G20-Gipfel setze „ein entschlossenes Signal, dass wir stärker sind als jede Form von Terrorismus“, sagt Oskar Lafontaine: „Damit hat die deutsche Bundeskanzlerin wieder unter Beweis gestellt, dass sie eine Fehlbesetzung ist und die Probleme dieser Welt nicht versteht.

 

Der Westen ist Teil des Terrorismus, weil er in den Vorderen Orient Waffen liefert und Öl- und Gaskriege führt. Erst wenn Obama, Merkel, Hollande und die anderen westlichen Politiker begreifen, dass die Mütter in Afghanistan, im Irak, in Syrien, im Jemen und überall, wo die ‚westliche Wertegemeinschaft‘ Kriege führt, genauso um ihre Kinder weinen, wie die Mütter in Paris, wird die westliche Welt in der Lage sein, den Terrorismus zu bekämpfen.

 

Zu Recht stellt das ‚Handelsblatt‘ fest: ‚Für das feindliche Klima zwischen den Kulturkreisen trägt der Westen eine Mitschuld. Von den 1,3 Millionen Menschenleben, die das Kriegsgeschehen von Afghanistan bis Syrien mittlerweile gekostet hat, bringt es allein … der Irak-Feldzug auf 800.000 Tote. Die Mehrzahl der Opfer waren friedliebende Muslime, keine Terroristen.‘ Selbst einer der Hauptverantwortlichen für die Kriege im Vorderen Orient, Tony Blair, sagt jetzt: ‚Diejenigen, die Saddam 2003 beseitigt haben, tragen auch Verantwortung für die Situation 2015.‘

 

Die Kriegsverbrecher und Terroristen Bush und Blair stehen immer noch nicht vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Dabei verpflichtet das deutsche Antiterror-Dateigesetz, Terroristen in der Anti-Terror-Datei zu speichern. Dazu gehören nach Paragraf 2 Absatz 2 ‚Personen, die rechtswidrig Gewalt als Mittel zur Durchsetzung international ausgerichteter politischer oder religiöser Belange anwenden‘. Bei dieser Rechtslage stellt sich die Frage, warum sich Bush und Blair in keiner Antiterror-Kartei befinden. Wer mit zweierlei Maß misst, wird niemals Frieden schaffen.“

1 Kommentar(e) zu "Oskar Lafontaine: Terrorismus kann man nicht durch Terror besiegen"

Das ist Klartext

von H.U.Mayr am 24.11.2015 um 06:50 Uhr

Sehr geehrter Herr Lafontaine!

 

Danke für die klare Aussage, die des Übels Wurzel nennt. Bei uns wird landauf landab nur von den Folgen der Krise gesprochen und geschrieben, von Ihnen werden die Ursachen genannt.

 

Das ist wie immer "Oskar pur"- Sie benennen die Barbarei, die sich der Westen zu eigen macht, um unter den Fahnen von "Demokratie und Freiheit" die Welt zu verbessern.

 

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