Mittwoch, 09. September 2015

Oskar Lafontaine: Vergiftete Gesellschaft – der Neoliberalismus tötet die Nächstenliebe

Oskar Lafontaine: Vergiftete Gesellschaft – der Neoliberalismus tötet die Nächstenliebe

„Pack“ hat Sigmar Gabriel die fremdenfeindlichen Demonstranten in Ostdeutschland genannt, „wir sind das Pack“ ist nun ihr Schlachtruf. Jakob Augstein  hat vor kurzem geschrieben: „Die Rechten grenzen die Ausländer aus. Die Mehrheitsgesellschaft grenzt die Rechten aus. So kann man das machen. Und rührt dabei nie an die Wurzeln des Problems: eine zunehmend ungerechter werdende Gesellschaft“, die die Nächstenliebe tötet. Unter Demokraten sollte es selbstverständlich sein, dass man sich schützend vor Schutzsuchende stellt, und Angriffe auf Flüchtlings-Unterkünfte als das bezeichnet, was sie sind: Terror. Das heißt aber nicht, dass man Ängste großer Teile der Bevölkerung ignorieren darf. Angst vor Arbeitslosigkeit, vor Armut, vor dem Ausgegrenzt-Sein. Die Gesellschaft ist vergiftet. Wer Angst vor dem Abstieg hat, Angst davor, morgen nutzlos zu sein, tritt nach Schwächeren, um sich damit zu beweisen, dass noch jemand unter ihm auf der Leiter steht. Und so entsteht Hass auf Menschen mit ausländischen Wurzeln ebenso wie auf Obdachlose, Hartz-IV-Empfänger, Behinderte. Maßgebliche Teile der Eliten und Besserverdienenden verweigern sich der Solidargemeinschaft. Die Reichen kämpfen erfolgreich gegen Vermögensteuer, Erbschaftsteuer und betreiben einen Klassenkampf von oben, während die Armut wächst. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Deutschen und Migranten, sondern zwischen arm und reich, mächtig und ohnmächtig. Das beste Mittel gegen zunehmende Menschenfeindlichkeit ist soziale Gerechtigkeit. Also weg mit Leiharbeit, dem Missbrauch von Werkverträgen, Billiglöhnen und Armutsrenten. 

2 Kommentar(e) zu "Oskar Lafontaine: Vergiftete Gesellschaft – der Neoliberalismus tötet die Nächstenliebe"

Lafo irrt

von Jens Fiebig am 10.09.2015 um 23:40 Uhr

> Maßgebliche Teile der Eliten und

> Besserverdienenden verweigern sich

> der Solidargemeinschaft.

 

Das ändert sich gerade. Meldung von heute:

 

Harvestehude: Flüchtlingsheim in Hamburger Villenviertel soll nun doch kommen

 

Monatelang hatten sie sich gesperrt, nun wollen die Anwohner dem geplanten Asylheim in Hamburg-Harvestehude doch zustimmen. Offenbar haben die dramatischen Bilder der vergangenen Wochen einen Eindruck hinterlassen.

Jens irrt

von Hille am 24.09.2015 um 22:15 Uhr

Havesthude gehört nicht unbedingt zu den Gebieten, in denen die wenigen Superreichen unseres Landes leben, sondern eher vielleicht die "höhere" Mittelschicht. Die Eliten schotten sich erfolgreich und seit vielen Jahren ab. An sie würde die Politik niemals die unverschämte Forderung stellen, neben ihre Villen Flüchtlingsheime aufzustellen. Oskar Lafontaine hat vollkommen Recht. und sollte unterstützt werden!

 

Genau von diesen Leuten ist in den obigen Ausführungen zu lesen, die Eliten sind die Superreichen, die Kapitalhaie unserer Gesellschaft, die das Land seit Jahren ausbluten lassen, indem sie Steuerflucht begehen und sich aus der Solidargemeinschaft völlig herausziehen. Sie zahlen weder Krankenkassenbeiträge, noch Sozialleistungen, sie legen ihre Vermögen in Aktien, Kunstwerke, Edelmetalle und anderem an, gründen Schattenfirmen überall auf der Welt, wetten auf Hunger unt Tod und verdienen sich dabei goldene Nasen, während ihre Mitbürger in immer tiefere Armut gedrückt werden.

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