Oskar Lafontaine: Für eine „Mehrheit diesseits der Union“

Die saarländische LINKE hat bei der Wahl ein gutes Ergebnis erzielt. Wie schon bei den vergangenen Wahlen wird eine solch hohe Zustimmung für die Partei DIE LINKE in keinem anderen westdeutschen Bundesland erreicht. Gemessen an den Resultaten der LINKEN im vergangenen Jahr (Rheinland-Pfalz: 2,8 Prozent, Baden-Württemberg: 2,9 Prozent) konnten wir im Saarland prozentual viermal mehr Wählerinnen und Wähler gewinnen. Es war auch richtig, unsere Absicht, mit der SPD und wenn notwendig den Grünen in einer Regierung zusammenzuarbeiten, als Ziel zu benennen, da viele Wählerinnen und Wähler sehr wohl wissen wollen, mit wem man seine politischen Vorstellungen umsetzen will.

Auch auf Bundesebene ist DIE LINKE bereit, ihre Ziele mit der SPD und den Grünen zu realisieren, wenn ihre wichtigsten Forderungen (Beendigung von Lohndrückerei und Rentenkürzungen, keine Waffenlieferungen in Spannungsgebiete, keine Interventionskriege) von diesen Parteien mitgetragen werden.

Vor allem die SPD muss sich entscheiden. Die jetzige Wahlkampfstrategie, sich hinsichtlich des Koalitionspartners und des Programms nicht festzulegen, wird scheitern. Willy Brandt suchte für seine Reformpolitik die ‚Mehrheit diesseits der Union‘. Seine wichtigsten politischen Ziele (Frieden und Entspannung mit Russland, ‚mehr Demokratie wagen‘, starker Sozialstaat, Gleichstellung der Frau und die ökologische Erneuerung der Industriegesellschaft) waren nur mit einer ‚Mehrheit diesseits der Union‘ zu verwirklichen.“

Veröffentlichungen von Oskar Lafontaine

25. April 2017

Macron stärkt Le Pen - Dilemma in Frankreich

Kommentar von Oskar Lafontaine in der "Jungen Welt"

Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich stehen mit Marine Le Pen und Emmanuel Macron, der unter Präsident François Hollande Wirtschaftsminister war, nun eine Rechtsextremistin und ein Vertreter des Systems, das das Aufkommen der Rechten in ganz Europa verursacht hat, im zweiten Wahlgang. Denn der Aufstieg des Front National ...

03. April 2017

Oskar Lafontaine: Gebühren-Abzocke sollte nicht Geschäftsmodell der saarländischen Sparkassen werden

Nachdem die ersten Sparkassen Gebühren fürs Geldabheben verlangen, fordert DIE LINKE im Saarländischen Landtag eine Änderung des Sparkassengesetzes im Land. Oskar Lafontaine: „Gebühren-Abzocke sollte nicht das Geschäftsmodell der Sparkassen werden, die im besonderen Maße dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Wenn es Geld kostet, ...

03. April 2017

Oskar Lafontaine: CDU bei Förderung der Familien unglaubwürdig

Nachdem die CDU angekündigt hat, im Bundestags-Wahlkampf um Familien werben zu wollen, erklärt Oskar Lafontaine: „Es stimmt, Familien müssen bessergestellt werden. Die jetzige Ankündigung der Union steht aber im krassen Widerspruch zur mickrigen Erhöhung des Kindergeldes um gerade mal zwei Euro durch die ‚große Koalition‘ in ...

Aktuelle Debatten

02. April 2017

Was Oskar Lafontaine der SPD rät

Gastbeitrag von Oskar Lafontaine in der "Welt am Sonntag"

Oskar Lafontaine empfiehlt Martin Schulz, dem legendären Parteichef Willy Brandt zu folgen. Vor allem zu den Themen Russland und Agenda 2010 hätte der einiges an der SPD auszusetzen, warnt der Linke-Politiker.

07. November 2016

„Ich weiche keinem Gegner aus“

Oskar Lafontaine in der Taz über Rot-Rot-Grün, die Bundespräsidentenwahl und die Probleme linker Parteien

taz.am wochenende: Herr ­Lafontaine, schön, dass Sie mit der „neoliberalen Kampfpresse“ reden. Zu der haben Sie die taz ja neulich gerechnet.

Oskar Lafontaine: Ich weiche keinem Gegner aus.

Gruselt es Ihnen davor, dass Frank-Walter Steinmeier, also der Mann, der Murat Kurnaz in Guantánamo hat schmoren lassen, bald als ...

04. November 2016

„Gemeinschaftsgeist geht verloren“

Oskar Lafontaine in der "Saarbrücker Zeitung" zur Zukunft der Arbeiterbewegung

Wie steht es um die Zukunft der Arbeiterbewegung? Ist sie den Herausforderungen des digitalen Zeitalters gewachsen? ...

"Politik ist für mich der Versuch, mehr soziale Gerechtigkeit in der Welt durchzusetzen"

Oskar Lafontaine im Gespräch mit BR-Alpha

Oskar Lafontaine im Gespräch mit dem Alpha-Forum in BR-alpha : "Eine Wirtschaftsordnung, die auf immer mehr und mehr und mehr ausgerichtet ist, führt notwendigerweise zur Zerstörung der Umwelt. Wir sehen doch gerade überall Krieg und Zerstörung. Insofern hat der Papst in Rom recht mit seiner Analyse, dass wir uns in einer Art drittem Weltkrieg befinden... In diesem Zusammenhang bemühe ich nicht nur den jetzigen Papst, sondern auch den großen französischen Sozialisten Jean Jaurès, der immer gesagt hat, dass der Kapitalismus, also die Wirtschaftsordnung, die auf immer mehr aus ist, in der es darum geht, dass man immer größere Absatzgebiete, immer größere Rohstoffquellen haben will, notwendigerweise zum Krieg führt."

Zur ‪SPD und ‪einer möglichen rotrotgrün‬en Zusammenarbeit: "Mein Kalkül bei der Wahl 2005 war: Wir als Partei DIE LINKE bekommen Stimmen, die die SPD nicht mehr bekommen kann. Dieses Kalkül ist auch genau aufgegangen und man hätte eine starke rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag gehabt. Aber die SPD wollte nicht. Sie macht diesen Fehler, das nicht zu wollen, nun seit zehn Jahren. Selbst heute wäre ja im Bundestag noch eine Mehrheit für Rot-Rot-Grün vorhanden, wenn auch eine viel schwächere, aber sie will einfach nicht, weil sie im Grunde genommen keine programmatische Orientierung mehr hat. Es gibt z. B. ab und zu in der SPD Erklärungen, in denen es heißt: 'Wir wollen die paritätische Fin anzierung der Krankenversicherung, der Pflegeversicherung wiederhaben.' Ich denke mir dann immer: 'Ihr braucht doch nur ein Gesetz anzuschieben und zu sagen, darüber wird jetzt abgestimmt – und dann ist das wieder da.' Nein, sie wollen das einfach nicht mehr.'

"Ich wollte immer die soziale Lage der Menschen verbessern" - Oskar Lafontaine im Interview mit dem Deutschlandfunk

Oskar Lafontaine im Interview mit dem Deutschlandfunk: "Aufgewachsen bin ich eben im katholischen Arbeitermilieu. Das war eine Straße, in der Hüttenarbeiter wohnten. Das hat mich geprägt. Meine Mutter war ja selbst auf der Hütte, zuerst auf der Dillinger Hütte, dann auf der Völklinger Hütte, und insofern ist das das Milieu, aus dem ich komme und das mich bis zum heutigen Tage geprägt hat....Ich komme aus dem katholischen Arbeitermilieu und ich wollte eben immer die soziale Lage der Menschen verbessern. Und die größte Herausforderung war ja, als der Neoliberalismus aufkam und auch die deutsche Sozialdemokratie anfing, sich neoliberalen Gedanken zu öffnen. Der Höhepunkt war ja die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze....Die Linke war ja ein Versuch, die Sozialdemokratie zur Korrektur zu zwingen, und das ist eben nicht gelungen. Also das sehe ich als ein, wenn man so will, ein Feld an, wo eben der Erfolg ausgeblieben ist, den Zerfall des Sozialstaates zu stoppen. Das war ja im Grunde genommen die überwältigende Idee bei allem. Und an der Front kämpfe ich heute noch, wenn Sie so wollen..."

Hier gibt es das komplette Interview (Externer Link)

Oskar Lafontaine beim Neujahrsempfang der Saar-Linksfraktion

Oskar Lafontaine in Hannover zu TTIP, Drohnenkriegen und Oligarchen-Kapitalismus

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