Afghanistan und kein Ende – Was lernen die Kriegsbefürworter aus dem Afghanistan-Desaster?

24. Aug 21, 07:08
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Raubtierkapitalismus führt zum Krieg

Jetzt reden alle über Afghanistan. Besonders CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne. Sie wollen ihre Mitverantwortung für das, wie sich jetzt zeigt, sinnlose Morden in Afghanistan vergessen machen. Sie haben den 20-jährigen Kriegseinsatz der Bundeswehr am Hindukusch zu verantworten und verlagern die Diskussion auf das Desaster des vorzeitigen Truppenabzugs, unter Führung der USA, und seine Folgen. Ja, die Kanzlerin, Inhaberin der Richtlinienkompetenz, hat ebenso versagt, wie ihre Minister Kramp-Karrenbauer, Maas und Seehofer, die sich jetzt gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Rücktritte wären fällig, aber in einem Monat sind Bundestagswahlen.

Notwendige Diskussion wird nicht geführt

Die notwendige Diskussion darüber, welchen Sinn es macht, sich an den Öl- und Gaskriegen der USA zu beteiligen und die Einkreisung Russlands und Chinas mit Truppen und Raketen zu unterstützen, wird nicht geführt. Dabei liegen die Konsequenzen aus dem Afghanistan-Desaster auf der Hand:

• Keine Waffenexporte, vor allem keine Waffenexporte in Spannungsgebiete oder direkt an Kriegsparteien.

• Keine weitere Beteiligung Deutschlands an den Öl- und Gaskriegen der USA oder an Militär-Operationen wie in Mali, bei der es letztendlich um Frankreichs Interesse an Uranerz-Vorkommen in der Republik Niger geht.

• Abbau der militärischen Infrastruktur der USA in Deutschland, ohne die der Drohnenkrieg und die Öl- und Gaskriege in diesem Umfang nicht geführt werden können.

• Eine eigenständige europäische Außenpolitik und eine vermittelnde Rolle Europas zwischen den miteinander rivalisierenden Atommächten USA, China und Russland – Voraussetzung: Ende der Unterstützung der militärischen Einkreisung Chinas und Russlands durch die USA.

• Und vor allem: Nachdenken über die Erkenntnis des vor dem Ersten Weltkrieg ermordeten Sozialisten Jean Jaurès: „Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich, wie die Wolke den Regen.“ Oder über das Wort von Papst Franziskus: „Diese Wirtschaft tötet!

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