Politik in der Krise – Oskar Lafontaine im Gespräch mit Wolfgang Zarnack

08. Jan 22, 10:01
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Oskar Lafontaine: “Wir alle haben uns anfangs von der Impfung erwartet, dass sie auch Infektionen verhindert und damit die Pandemie beendet werden kann. Dann wäre eine Impfung auch ein Akt der Solidarität, um andere vor einer Infektion zu schützen. Aber längst ist klar, dass eine Impfung zwar eine Zeitlang vor einem schweren Krankheitsverlauf schützt, Geimpfte aber dennoch sich und andere anstecken können. Deshalb ist der Druck auf die Ungeimpften – bis hin zu regelrecht faschistoiden Überlegungen, Menschen ohne Impfung im Krankheitsfall die notwendige Versorgung zu verweigern – eine Fehlentwicklung unserer Gesellschaft.

Wenn dieser Druck auch damit begründet wird, dass unser Gesundheitssystem durch Ungeimpfte überlastet werde, dann lenken die politisch Verantwortlichen nur davon ab, dass sie schuld daran sind, dass in den letzten Jahren, auch während der Pandemie, die Zahl der Intensivbetten und -Pflegekräfte zurückgegangen ist, wegen der schlechten Bezahlung und Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche.

Die Entscheidungen und Diskussionen zeigen den Einfluss der Pharmabranche und ihrer Lobbyisten. Wenn diejenigen, die selbst direkt und indirekt an den Covid-Maßnahmen und Impf-Kampagnen Geld verdienen, ihre Befangenheit offen legen müssten, dann wäre die Diskussion glaubwürdiger und transparent. Ein „Lobbyisten-Check“ in den öffentlich –rechtlichen Medien wäre wichtiger als ein „Fakten-Check“.

Ein unverzichtbares Element der Demokratie ist der Schutz der Minderheiten. Demokraten müssen unterschiedliche Auffassungen und Meinungen aushalten und respektieren.

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